Koalitionsvertrag 2026–2031

Entschlossen für Eschborn

Verantwortung übernehmen, Fortschritt gestalten.

Zwischen CDU Eschborn und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Eschborn

Inhaltsverzeichnis

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§ Präambel 1 Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit 2 Ehrenamt & Vereine 3 Wirtschaft, Finanzen & Haushalt 4 Kinder & Jugend 5 Verkehr, Mobilität & Energieinfrastruktur 6 Senioren 7 Digitalisierung & Entbürokratisierung 8 Kultur & Heimat 9 Wohnen 10 Naherholung & Naturschutz
§

Präambel

Die Kommunalwahl 2026 markiert für Eschborn einen neuen Abschnitt verantwortungsvoller Stadtentwicklung im Umfeld von herausfordernden Rahmenbedingungen. In einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und ökologischer Veränderungen stehen wir vor der Aufgabe, unsere Stadt zugleich zukunftsfest, lebenswert und resilient zu gestalten.

Globale Entwicklungen prägen auch unsere Stadt, stagnierendes Wirtschaftswachstum ein umfassendes Mobilitätsbedürfnis, hoher Wohnraumbedarf, neue Anforderungen an Sicherheit und digitale Infrastruktur sowie die Notwendigkeit einer energiesicheren und klimaresilienten Stadt wirken unmittelbar auf das Leben der Menschen in Eschborn und Niederhöchstadt. Diese Herausforderungen nehmen wir gemeinsam an.

CDU und Bündnis 90/Die Grünen übernehmen Verantwortung für die Zukunft unserer Stadt und stellen sich den vorhersehbaren und unvorhersehbaren Herausforderungen der nächsten Jahre. Auf der Grundlage einer vertrauensvollen Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren schlagen wir gemeinsam ein neues Kapitel auf, um die positive Entwicklung der Stadt verlässlich weiterzuführen und neue wichtige Impulse zu setzen.

Eschborn verfügt über ein hohes Potenzial – als Wohnort, Wirtschaftsstandort und Lebensmittelpunkt für viele Menschen. Dieses Potenzial wollen wir gezielt weiterentwickeln und gleichzeitig die hohe Lebensqualität sichern. Wir sind uns einig, dass es in zentralen Bereichen weiteren Gestaltungsbedarf gibt, den wir gemeinsam lösungsorientiert und konsequent angehen.

Unser politisches Handeln ist dabei geprägt von Pragmatismus, Verantwortungsbewusstsein und dem Anspruch, Entscheidungen transparent und nachvollziehbar zu treffen. Dabei setzen wir auf eine agile und vorausschauende Politik, die auf neue Herausforderungen flexibel reagieren kann und gleichzeitig langfristige Ziele im Blick behält.

Im engen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern, den Vereinen sowie den wirtschaftlichen Akteuren wollen wir Eschborn aktiv gestalten und weiterentwickeln. Die im Realisierungsprozess befindlichen Projekte wollen wir Schritt für Schritt zielgerichtet umsetzen und gleichermaßen neue, innovative Akzente für eine zukunftssichere Stadtentwicklung setzen. Unser Anspruch ist es, Fortschritt mit Augenmaß zu ermöglichen und zugleich die bewährten Stärken unserer Stadt zu erhalten. Wir verstehen nachhaltige Entwicklung als Leitprinzip unserer Arbeit. Wirtschaftliche, soziale und ökologische Belange wollen wir in Einklang bringen, um Eschborn zukunftsfähig, lebenswert und resilient zu gestalten.

Dieser Koalitionsvertrag bildet die Grundlage für eine konstruktive, verlässliche und zielgerichtete Zusammenarbeit – im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Getragen von einem gesunden Realismus wissen wir, dass sich in den kommenden fünf Jahren die Rahmenbedingungen ändern und möglicherweise Anpassungen der laufenden Planungen oder auch Verzögerungen bei der Umsetzung mitunter nicht zu vermeiden sein werden.

Das unsere gemeinsame Politik tragende Verantwortungsbewusstsein, der enge Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt sowie die Entschlossenheit, Herausforderungen pragmatisch und bürgernah zu lösen, stimmen uns jedoch zuversichtlich, auf der vorliegenden inhaltlichen Grundlage aufbauend den Fortschritt in unserer Stadt erfolgreich gestalten zu können.

1

Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit

Für eine sichere, ordentliche und saubere Stadt, in der der öffentliche Raum geschützt wird und attraktiv bleibt.
  • Wir werden die Stadtpolizei organisatorisch stärken und das zukünftige Konzept verstärkt auf Fußstreifen ausrichten.
  • Ein verlässlicher Nachtdienst mit Notfallnummer soll die Erreichbarkeit der Stadtpolizei auch in den Abendstunden sicherstellen.
  • Die Stadt Eschborn hat erfolgreich am KOMPASS-Programm des Landes Hessen teilgenommen und KOMPASS-Sicherheitssiegel verliehen bekommen. Hier wurde die Grundlage für die Zusammenarbeit mit der Landespolizei und dem Schutzmann vor Ort geschaffen. Diese wollen wir weiter intensivieren und ausbauen.
  • Durch die flächendeckende Umstellung auf LED- und smarte Straßenbeleuchtung wollen wir Energie sparen und gleichzeitig Dunkelräume weiter abbauen.
  • Die Feuerwehren sind die Basis unserer Sicherheitsarchitektur in Eschborn. Sie gewährleisten mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz unsere Sicherheit. Deshalb haben wir den Bau des neuen Notfallzentrums in Eschborn unterstützt und werden nun den Anbau an das Feuerwehrhaus Niederhöchstadt umsetzen. Dieser soll neben einer erweiterten Innenfläche auch einen zusätzlichen Fahrzeugstellplatz umfassen.
  • Außerdem werden wir uns weiterhin für beste Ausrüstung für Feuerwehr und Sicherheitskräfte einsetzen.
  • Die Videoüberwachung kann Sicherheitskräfte entlasten und soll deshalb an kritischen Orten geprüft und, wo möglich und sinnvoll, auch konsequent umgesetzt werden.
  • Wir haben uns bereits Ende letzten Jahres mit einem Antrag zum Thema Sauberkeit und Ordnung im öffentlichen Raum für verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung auf diesem Gebiet stark gemacht. Von der digitalen Mülltonne, über einen Sauberkeitsbeauftragten bis hin zu einem umfassenden Katalog von Ordnungsmaßnahmen setzen wir auf ein umfassendes Paket für mehr Sauberkeit in unserer Stadt. Zudem wollen wir für zukünftige Ausschreibungen die optionale Einführung der gelben Tonne prüfen.
  • Die Terminvergabe am Wertstoffhof wollen wir evaluieren sowie zukünftig durch digitale Steuerung optimieren und bürokratiearm aufstellen.
2

Ehrenamt & Vereine

Für eine lebendige Vereinsstadt, die mit der konsequenten Förderung des Ehrenamts das Miteinander in den Mittelpunkt stellt.
  • Wir wollen ein zukunftsfähiges Konzept für das Vereinshaus in der Jahnstraße als einen zentralen Ort für ehrenamtliches Engagement in Eschborn entwickeln. Hier wollen wir neben einem digitalen Raumvergabesystem auch eine transparente Raummiet- und Bezuschussungsregelung für die Nutzung der Räume als mögliche Grundlage für eine überarbeitete Vereinsförderung pilotieren.
  • Nach erfolgreicher Erprobung werden wir die Ausweitung digitaler Systeme auf weitere Liegenschaften im Sinne einer besseren Auslastung sowie einer transparenten und flexiblen Nutzung städtischer Räume prüfen.
  • Den seit Jahren in der Debatte befindlichen Neubau des Baukomplexes Stadthalle/Bibliothek/Rathaus haben wir erfolgreich angestoßen. Diesen wollen wir kosteneffektiv und möglichst zügig ins Ziel bringen. Den aktuellen Herausforderungen bei der Überbauung des Westerbachs im Hinblick auf eine möglicherweise notwendige Anpassung der Planungen begegnen wir dabei pragmatisch. Der Nutzen für unsere Bürgerinnen und Bürger steht für uns auch bei diesem Großprojekt an erster Stelle. Das Ergebnis des laufenden Prüfauftrages aus der letzten Wahlperiode wollen wir gewissenhaft evaluieren und stehen einer möglichen räumlichen Verlagerung der geplanten Bibliothek sowie einem Entfall der Überbauung des Westerbachs grundsätzlich offen gegenüber. Bei der möglicherweise von den ursprünglichen Planungen abweichenden Umsetzung der Bibliothek wollen wir, wie auch bei der übrigen Umsetzung des Gesamtprojektes, auf eine kosteneffiziente Umsetzung hinwirken. Im Falle einer unterbleibenden Überbauung des Westerbachs wollen wir uns dafür einsetzen, dass der zusätzlich frei werdende öffentliche Raum sich in das Gesamtprojekt einfügend ansprechend gestaltet und bepflanzt wird.
  • Unsere Neubürgerinnen und Neubürger wollen wir von Beginn an systematisch über Vereins- und Kulturangebote informieren und sie so stärker einbinden.
  • Nach dem Abschluss der Evaluation des sog. Bürgerbudgets wollen wir die Gründung einer Bürgerstiftung zur nachhaltigen Stärkung und Förderung privaten Engagements für das Ehrenamt prüfen.
  • Die Heinrich-Graf-Sportanlage wollen wir nach erfolgter Modernisierung der Kunstrasenplätze sukzessive sanieren und weiterentwickeln.
  • Die Planung und den Neubau der Tennishalle in Niederhöchstadt wollen wir in Zusammenarbeit mit den beteiligten Vereinen weiter vorantreiben.
  • Das erweiterte Wiesenbad werden wir mit einem modernen Nutzungskonzept für Bürgerinnen und Bürger mit erweiterten Öffnungszeiten nutzbar machen sowie die Liegewiese weiter ausbauen. Dabei wollen wir im Zuge der notwendigen Gebührenanpassung an das neue Leistungsspektrum, auch unter Berücksichtigung möglicher Lösungen wie einer „Eschborn Card", ein mehrstufiges Preisgefüge für ortsansässige und externe Nutzerinnen und Nutzer prüfen.
  • Nach der erfolgreich umgesetzten Regelung externer Kultur- und Vereinsförderung wollen wir in Zusammenarbeit mit den Vereinen unserer Stadt einen neuen Anlauf für eine Modernisierung der Vereinsförderrichtlinie unternehmen, die das Vereinsengagement, die Förderung junger Ehrenamtlicher sowie die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt stärker in den Blick nimmt.
3

Wirtschaft, Finanzen & Haushalt

Für eine starke, verlässliche Wirtschaft und solide Finanzen, die unserer Stadt auch morgen noch Gestaltungskraft geben.
  • Wir setzen uns für die strategische Entwicklung des neuen Gewerbegebietes „Helfmann-Park 2" ein. Dies soll auf Dauer die Entwicklung neuer Infrastruktur finanzieren, Ausbaubedarfe des bestehenden Gewerbes decken und neue Unternehmen ansiedeln. Ein besonderes Augenmerk bei der Realisierung wollen wir hier auf eine Verbesserung der Zuwegungen für alle Verkehrsträger legen.
  • Die Hebesätze bei Grund- und Gewerbesteuer wollen wir dauerhaft planbar auf niedrigem Niveau halten.
  • Der Kernhaushalt soll ausgeglichen sein, damit wir auch zukünftig flexibel auf Anforderungen reagieren können. Dies muss auch für die Zukunft sichergestellt werden - dazu notwendige Maßnahmen sollen geprüft werden. Das bedeutet auch, Förderungen zukünftig so aufzustellen, dass sie sich der Finanzlage der Stadt flexibel anpassen. Wirtschaftlicher Erfolg der Stadt beispielsweise könnte über eine Eschborn-Dividende an die Vereine ausgeschüttet werden.
  • Notwendige Konsolidierungsbemühungen wollen wir dabei ohne Denkverbote angehen. Neben einer gründlichen Überprüfung der jeweiligen Haushaltsansätze einschließlich dauerhaft unbesetzter Stellen, der Förderprogramme sowie der Gebührenstruktur wollen wir auf eine Verschlankung des Stellenplans hinwirken und vereinzelt notwendige personelle Schwerpunkte setzen.
  • Unsere bestehenden Gewerbegebiete wollen wir attraktiver gestalten und dabei konzeptionell weiterentwickeln. Auch örtliche Kleinunternehmen sollen weiterhin gute Möglichkeiten für die Weiterentwicklung erhalten und von der Wirtschaftsförderung durch Beratungsangebote unterstützt werden.
  • Zusätzlich wollen wir einen runden Tisch mit unseren Unternehmen etablieren, u.a. um Gründer besser zu integrieren und die Attraktivität der Gewerbegebiete gezielt zu stärken.
  • Das Start-up-Zentrum EschBORN for Innovation wollen wir ausbauen und damit unsere wirtschaftliche Stärke breiter aufstellen.
  • Das Standortmarketing wollen wir für alle Gewerbegebiete stärken - auch im Hinblick auf den neuen Helfmann-Park 2.
  • Für das Gemeinnützige Wohnungsunternehmen Eschborn soll ein Betriebskonzept entwickelt werden, was den Betrieb und Sanierungsnotwendigkeiten des Wohnungsbestandes auf Dauer kostendeckend und nachhaltig gewährleistet. Die notwendige Überarbeitung der Ausrichtung der GWE wollen wir dabei ohne Denkverbote angehen und ein besonderes Augenmerk auf die Bewirtschaftungskosten sowie die Mietpreisstruktur legen, um den Bestand der Gesellschaft mittelfristig auch ohne dauerhafte städtische Bezuschussung sicherzustellen.
4

Kinder & Jugend

Für eine familienfreundliches Eschborn, das Kinder fördert und der Jugend vor Ort echte Räume gibt.
  • Wir setzen uns für die Modernisierung der Sporthalle der Heinrich-von-Kleist-Schule ein, um Schülerinnen und Schülern zeitgemäße Sportbedingungen zu bieten.
  • Den Skatepark an der Heinrich-von-Kleist-Schule wollen wir sanieren und punktuell neugestalten, um die Sicherheit und den Freizeitwert zu steigern.
  • Wir prüfen den Bau eines Pumptracks als modernes Sportangebot im Stadtteil Niederhöchstadt.
  • Wir wollen einen zweiten Beachvolleyballplatz im Wiesenbad errichten.
  • Wir treiben ein flächendeckendes Ganztagsangebot in den Kitas voran. Dabei muss der hohe Eschborner Qualitätsstandard erhalten bleiben. Ältere Kitas wie beispielsweise die Kita „In den Weingärten" werden modernisiert.
  • Wir werden den Ganztagsbetreuungsanspruch verlässlich, qualitativ hochwertig und für die Familien so flexibel wie möglich umsetzen.
  • Den Bau einer weiteren Multisportanlage im Bereich des Notfallzentrums wollen wir prüfen.
  • Das Kinder- und Jugendhaus an der Heinrich-von-Kleist-Schule wollen wir mit einem weiterentwickelten Nutzungskonzept besser an die Nachfrage der Kinder- und Jugendlichen anpassen: Stärker vernetzt mit lokalen Institutionen, für eine breite und nachhaltige stadtteilbezogene Jugendarbeit. Externe Vereine, die im Jugendzentrum tätig werden, müssen ausreichend zertifiziert sein und sollen zukünftig nur noch projektbezogen in die Arbeit einbezogen werden.
  • Die Planungen für den Neubau eines städtischen Gebäudes für einen möglichen neuen Sitz der Musikschule in Eschborn in der Sulzbacher Straße wollen wir zügig vorantreiben. Dieses neue „Haus der Musik" soll Eschborner Kindern und Jugendlichen ein attraktives Angebot der musikalischen Bildung bieten und auch über die Musikschule Taunus hinaus weiteren musisch aktiven Eschborner Vereinen und Gruppen Raum zur Gestaltung bieten. Unter Einbeziehung der Musikschule Taunus soll deshalb eine abschließende städtische Flächenermittlung durchgeführt werden, die als Grundlage für eine raum- und kosteneffiziente Planung und Realisierung dienen soll. Vor einer weiteren Planungsfinalisierung ist die wiederholt öffentlich aufgeworfene Frage einer erneut erhöhten städtischen Bezuschussung der Musikschule Taunus abschließend und verbindlich zu klären.
  • Den Eschborner Familienpass wollen wir digital weiterentwickeln, das Angebot inhaltlich ausweiten.
  • Wir wollen Eschborner Jugendkonzerte, Kinderkino-Formate und Kooperationsprojekte mit Schulen und Vereinen fördern und die Vernetzung der Akteure vor Ort auf diesem Gebiet stärken.
  • Spiel- und Freizeitflächen wollen wir kontinuierlich modernisieren und dabei ein besonderes Augenmerk auf Sicherheit und Hitzeresilienz legen.
5

Verkehr, Mobilität & Energieinfrastruktur

Für eine pragmatische Verkehrspolitik - ohne Verbote, mit klarem Konzept.
  • Die zentrale Verkehrsanbindung über die Sossenheimer Straße wollen wir durch eine verbesserte Verkehrsführung Richtung Frankfurt attraktiver gestalten.
  • Die Parkplatzsituation soll mindestens erhalten und dort wo notwendig und möglich verbessert werden – adäquate Parkflächen sind der Schlüssel für eine attraktive Entwicklung unserer Stadt. Insbesondere an den neu zu erstellenden sowie zu sanierenden Bahnhöfen setzen wir, wie an allen übrigen Bahnhöfen im Stadtgebiet, deshalb auf P+R Anlagen mit ausreichenden Park-Kapazitäten.
  • Die Bahnhöfe wollen wir als Mobilitätsknoten weiterentwickeln. Dazu haben wir bereits jetzt das Umfeld des Bahnhofs Eschborn mit mehr Parkplätzen für Autos und für Fahrräder geplant sowie eine entsprechende Vereinbarung mit dem Eigentümer, der Deutschen Bahn, geschlossen. Außerdem setzen wir uns für die attraktive Entwicklung der neuen Bahnhöfe der Regionaltangente West (RTW) ein. Auch dort sollen P+R-Parkplätze geschaffen werden. Zudem müssen die neuen Bahnhöfe in das Infrastrukturnetz unserer Stadt integriert werden.
  • Der von uns mitinitiierte Bau der Regionaltangente West erzielt inzwischen erste Fortschritte. Uns ist es wichtig, hier den zügigen Bau konstruktiv zu begleiten, um das gute ÖPNV-Angebot der Stadt Eschborn weiter zu stärken. In Anlehnung an das Konzept für den Bahnhof Eschborn Mitte möchten wir ein entsprechendes Entwicklungskonzept für das Umfeld des Bahnhofs Niederhöchstadt erarbeiten. Sobald eine Vereinbarung mit der Deutschen Bahn getroffen ist, soll auch hier mit dem Umbau begonnen werden, damit auch dieser Bahnhof und das Bahnhofsumfeld an Attraktivität gewinnen und barrierefrei erschlossen werden können.
  • Unsere Fußwege wollen wir, wo notwendig und sinnvoll möglich, ausbauen und an das überörtliche Netz anbinden.
  • Die überörtlichen Radwege wollen wir sinnvoll an das städtische Radwegenetz anbinden. Den Radverkehr wollen wir weiterhin intelligent in das Straßennetz integrieren – ohne Wegfall von Fahrspuren, Mittelstreifen oder Parkflächen. Das bedeutet im Einzelnen beispielsweise, dass wir von einer gesonderten Radwegeführung durch die vielbefahrene Ginnheimerstraße absehen. Einseitige Maßnahmen prüfen wir und nehmen sie, wo sinnvoll, zurück. Erster konkreter Anwendungsfall soll hier die Überprüfung der Radwegeführung in der Bahnstraße sowie der Rückbau des dortigen rechten Schutzstreifens sein.
  • Die E-Mobil-Infrastruktur, die hauptsächlich durch private Anbieter ausgebaut werden soll, wollen wir bedarfsgerecht durch attraktive Angebote ergänzen.
  • Infrastrukturausbau muss maßvoll und ganzheitlich gedacht werden. Deshalb ist eine flächensparende, raumverträgliche und sinnvolle Umsetzung des Umspannwerks der TenneT ein zentraler Baustein, um die Stromversorgung dauerhaft zu sichern, aber auch Natur und Landwirtschaft in unseren Naherholungsgebieten zu erhalten.
  • Als eine der ersten Kommunen überhaupt, wird Eschborn das neue 50m Becken durch Fernwärme unterstützt betreiben. Außerdem haben wir auch ein Fernwärmekonzept beschlossen, welches zukünftig den Energiemix durch ein attraktives Angebot verstärken soll. Dieses wollen wir auch zukünftig fortschreiben. Klar ist für uns aber auch, dass die Wärmeplanung ein freiwilliges Angebot bleibt. Ihre Umsetzung muss sich dabei stets auch an der Wirtschaftlichkeit orientieren, weshalb wir die sinnvolle Einbeziehung privater Investoren ermöglichen wollen.
  • Im Hinblick auf mögliche Gesetzesanpassungen (beispielsweise des GEG) wollen wir die Wärmeplanung kontinuierlich aktualisieren und wo nötig überarbeiten.
  • Wir wollen uns für ein Straßensanierungsüberwachungsystem (Pavement Management System) einsetzen, um eine maßvolle und kontinuierliche Straßensanierung zu gewährleisten.
6

Senioren

Für eine generationengerechte, lebenswerte Stadt, die Erfahrung wertschätzt und Generationen verbindet.
  • Als Koalition setzen wir uns dafür ein, dass Wohnen auch im Alter in Eschborn und Niederhöchstadt sicher und selbstbestimmt möglich bleibt.
  • Die historische Hofreite in Niederhöchstadt wollen wir zu einer modernen Begegnungsstätte weiterentwickeln und die Kooperationen mit Vereinen und sozialen sowie Bildungsträgern ermöglichen. Die generationenübergreifende Begegnung soll unter anderem die Kooperation mit einer im Gebäude verorteten Gruppe der U3-Betreuung ermöglichen.
  • Auf dem ehemaligen Feuerwehrgelände in der Unterortstraße prüfen wir im Rahmen des durch das städtische Wohnungsunternehmen (Gemeinnütziges Wohnungsunternehmen Eschborn) geplanten Wohnbaus die Realisierung eines generationsübergreifenden Wohnprojekts, um gemeinsames Leben von Jung und Alt zu fördern.
  • Wir stehen für eine zukunftsfähige, starke, lokale Einzelhandelsstruktur, die die wohnortnahe Versorgung von Seniorinnen, Senioren und Familien sichert – dies soll durch verschiedene Maßnahmen, wie beispielsweise eine Konzeption des innerstädtischen Einzelhandels sicher gestellt werden.
  • Das städtische Taxigutscheinkonzept wollen wir fortführen und bei Bedarf weiterentwickeln, damit flexible Mobilität auch im Alter gesichert bleibt.
  • Bei der Umgestaltung von Parkplätzen und in Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel prüfen wir gezielt die Einführung von Senioren- und Familienparkzonen besonders in der Nähe von Geschäften, damit neben den Familien auch Seniorinnen und Senioren ohne besonderen Berechtigungsschein in der Nähe der Geschäfte parken können.
  • Wir wollen generationenübergreifende Bildungs- und Sportangebote. Dabei soll auch die digitale Teilhabe von Seniorinnen und Senioren durch gezielte Unterstützungsangebote – insbesondere auch in Betreuungs- und Wohneinrichtungen – gestärkt und verbessert werden.
  • Der demographische Wandel macht auch vor Eschborn nicht halt – wir wollen deshalb erneut die Notwendigkeit der Einrichtung eines Hospizes prüfen.
7

Digitalisierung & Entbürokratisierung

Für eine moderne, effiziente und innovative Stadt, die bürgerfreundlich und dienstleistungsorientiert die Belange der Bürgerinnen und Bürger im Blick hat.
  • Wir wollen die Verwaltung digital und gleichzeitig kundenfreundlich unter Umsetzung der Vorgaben des Online-Zugangsgesetz (OZG) weiterentwickeln.
  • Wir wollen den Ausbau des öffentlichen WLAN-Systems an geeigneten Plätzen, wie beispielsweise den Bahnhöfen, im Stadtgebiet erweitern und ausbauen.
  • Mit dem Mängelmelder auf der Homepage der Stadt Eschborn ist es bereits möglich, unkompliziert auf Missstände im Ort hinzuweisen. Wir wollen das System aufwerten und um ein Rückmeldesystem den Umsetzungsstatus betreffend ergänzen.
  • Das Eschborn-Dashboard als digitale Informations-Plattform und Grundlage für Open-Data-Anwendungen soll fortentwickelt und um Verkehrsinfo- und Verwaltungsservicefunktionen erweitert werden.
  • Wir prüfen weitere digitale Parkleitsysteme und die Errichtung digitaler Infotafeln an den Stadteingängen sowie an zentralen Plätzen, um unseren Bürgerinnen und Bürgern schneller und effizienter Informationen zugänglich zu machen.
  • Wir wollen eine Taskforce Bürokratieabbau einrichten – dafür soll mit der Verwaltung, den vor Ort ansässigen Gewerben und den örtlichen Wirtschaftsverbänden zusammengearbeitet und die Meinungen der Bürgerinnen und Bürger in einer Bürgerbefragung eingeholt werden.
  • Die Einrichtung eines Bürokratiemelders wollen wir prüfen, damit der Bürokratieabbau möglichst bürgernah und effizient umgesetzt werden kann.
  • Durch verstärkte interkommunale Kooperation wollen wir Verwaltungskosten senken und gleichzeitig Angebote verbessern und Effizienz steigern.
  • Externe Beauftragungen sollen auf Effizienz hin überprüft, Bewerbungs- und Vergabeverfahren im Rahmen geltenden Rechts flexibilisiert und Verwaltungsprozesse verschlankt werden.
8

Kultur & Heimat

Für eine starke kulturelle Identität und sichtbare Heimatliebe für Eschborn und Niederhöchstadt.
  • Als Partner setzen wir uns für eine konzeptionelle und ganzheitliche Stadtentwicklung ein. So wie bei der neuen Eschborner Stadtmitte, bei der wir uns für eine bürgernahe Entwicklung der dritten Ausbaustufe auf dem angrenzenden Grundstück der ehemaligen Sparkasse in der Unterortstraße mit öffentlich genutzten unteren Geschossen und einer Wohnraumentwicklung in den oberen Etagen einsetzen oder bei der Entwicklung der Hauptstraße, die konzeptionell geplant, insbesondere im Bereich zwischen Hessenallee und Bahnstraße weiterentwickelt werden soll.
  • Der Eschenplatz, der Montgeronplatz und der Platz an der Linde sind zentrale Plätze in Eschborn und Niederhöchstadt. Wir wollen sie als Begegnungsflächen im öffentlichen Raum noch bürgerfreundlicher gestalten und insbesondere soweit möglich Barrierefreiheit herstellen.
  • Wir wollen ein neues Blumen- und Bepflanzungskonzept umsetzen und dies mit einer einheitlichen Gestaltungslinie u.a. bei den Bänken, Lampen, Blumenkübeln und einer gestalterischen Integration der Stadtwappen von Niederhöchstadt und Eschborn kombinieren und so an verschiedenen Stellen neue Perspektiven schaffen – mit besonderem Blick fürs Detail. Dies soll die Identifikation mit unserer Stadt und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum stärken. Die Umsetzung soll schrittweise und möglichst ressourcenschonend erfolgen. Bei dem Ausbau von Sitzgelegenheiten soll auf eine seniorenfreundliche Sitzhöhe geachtet werden.
  • Wir setzen uns für eine musikalische Weiterentwicklung des Summertime-Festivals ein. Dabei ist uns die Integration der jungen Generationen genauso wichtig, wie die dauerhaft hohe Attraktivität für unsere Stadtgesellschaft und die unterstützenden Vereine.
  • Wir wollen unser Stadtmuseum weiterhin attraktiv gestalten. In Zusammenarbeit mit den Eschborner Schulen wollen wir das Museum als Ort der Begegnung, aber auch als Ausstellungsort für Eschborner Talente stärken.
  • Wir stärken unsere Eschborner Kleinode. Nachdem wir die Alte Mühle erfolgreich zu einem der zentralen Treffpunkte in Eschborn umgestaltet haben, soll nun auch die Hofreite in Niederhöchstadt revitalisiert werden. Ein Hofladen, eine Gruppe der U3-Betreuung und ein kleiner Veranstaltungsraum für die Seniorinnen und Senioren, aber auch für die Niederhöchstädter Bürgerinnen und Bürger, soll den Ortskern beleben.
  • Wir prüfen die Einführung eines Bürgerempfangs, um Kultur, Vereine und Gemeinschaft zu stärken. Dazu sollen Neubürgerinnen und Neubürger gezielt eingeladen werden, um sie über unser gesellschaftliches Leben in Eschborn zu informieren. Dieser soll eine aktuell bestehende Veranstaltung ersetzen, um keine zusätzlichen Kosten zu erzeugen.
9

Wohnen

Für eine planvolle Stadtentwicklung, die maßvoll neuen Wohnraum entwickelt und die bestehende Siedlungsstruktur nicht überfordert.
  • Wir stehen für eine maßvolle Nachverdichtung, die nur da erfolgt wo notwendig und die bestehenden Strukturen berücksichtigt und angepasst werden soll. Außerdem muss die entsprechende Infrastruktur immer mitberücksichtigt und mitgeplant werden.
  • Wir schaffen eine neue Aufteilung des Wohnungsraumes in Eschborn und Niederhöchstadt und legen dabei ein besonderes Augenmerk auf die Schaffung von Wohnraum für die breite Mitte unserer Gesellschaft. Dazu werden wir die Regelungen zur Aufteilung des Wohnraums auf 80% regulärer Wohnraum und 20% gefördertem Wohnraum ändern. Die 20% geförderter Wohnraum können entweder über 10% geförderter Wohnraum und 10% Sozialwohnungen oder fakultativ über 20% geförderter Wohnraum (sog. Mittelstandswohnen) dargestellt werden. Erster Anwendungsfall der neuen Regelung wird das Baugebiet Friedensstraße, welches mit der im Bürgermeisterwahlkampf vereinbarten verringerten Verdichtung und unter Einbeziehung der neuen Aufteilung des Wohnraums entstehen soll.
  • Bei neuer Wohnbebauung soll stets ein besonderes Augenmerk auf der Schaffung ausreichenden öffentlichen sowie privaten Parkraums, neben der Schaffung der üblichen Infrastruktur unter Berücksichtigung aller Verkehrsteilnehmer, liegen.
  • Die Wohnbauprojekte der städtischen Wohnbaugesellschaft (Gemeinnütziges Wohnungsunternehmen Eschborn) auf dem ehemaligen Feuerwehrgelände in der Unterortstraße, entlang der Sulzbacher Straße und am Rapp-Kreisel, sollen mit dem Schwerpunkt „Regulärer Wohnungsbau" sowie der Förderung von Mittelstandswohnen entwickelt werden. Dabei sind zukünftig entsprechende Modelle für das sogenannte geförderte Mittelstandswohnen zu entwickeln, die sich insbesondere auch an unverzichtbare gesellschaftliche Gruppen, wie beispielsweise Feuerwehrleute, richten könnten.
  • Im Hinblick auf den Strukturwandel entlang der Hauptstraße hin zu einer verstärkten Wohnnutzung ehemaliger Gewerbegrundstücke wollen wir einen ganzheitlichen Planungsansatz entwickeln, der verkehrliche Erschließung und maßvolle Verdichtungswerte gleichermaßen berücksichtigt.
  • Die Entwicklung des Gebiets 195/195a an der Hauptstraße wollen wir neu denken und Entwicklungen mit privaten Investitionspartnern sowie die Umsetzung eines Einheimischenmodells, welches auch an anderen Standorten ermöglicht werden könnte, zur vorrangigen Deckung des Wohnbedarfs der ortsansässigen Bevölkerung prüfen. Gleichzeitig sind wir auch für neue Lösungsansätze, wie beispielsweise die private Entwicklung des Grundstücks mit Wohnraum oder als Gewerbegrundstück offen.
  • Bei der Entwicklung neuen Wohnraums wollen wir die Siedlungsstruktur erhalten, keinen reinen Geschosswohnungsbau ermöglichen und wieder einen stärkeren Fokus auf die Entwicklung von Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern legen – dies soll auch für die Entwicklung von Grundstücken durch die GWE Geltung finden.
  • Die Aktivierung des Bauerwartungslands entlang der Nordstraße wollen wir unter der Bedingung einer neuen Straßenanbindung in den Blick nehmen.
  • Die bestehenden Förderprogramme für Gebäude (energetische Sanierung sowie Hochwasser- und Starkregenschutz) werden wir kontinuierlich evaluieren und bedarfsgerecht anpassen.
10

Naherholung & Naturschutz

Für eine naturnahe und umweltfreundliche Stadt, die Erholung ermöglicht und Natur bewahrt statt verbraucht.
  • Wir wollen das von uns beschlossene Hochwasser- und Starkregenkonzept fortschreiben und die dort genannten Maßnahmen, wie die Ausweisung von Retentionsflächen, das Stauwerk in den Wiesen oberhalb von Niederhöchstadt und die regelmäßige Kanalnetzprüfung in beiden Stadtteilen sowie mögliche Verbesserungsmaßnahmen, auch im Kanalnetz, weiter umsetzen, um die Klimaresilienz zu stärken und der behutsamen Entwicklung der Wohn- und Gewerbegebiete Rechnung zu tragen.
  • Den Naturpark Unterwiesen wollen wir gezielt zu einem Naherholungsgebiet weiterentwickeln, welches sowohl für die ortsansässigen Bürgerinnen und Bürger sowie für die Beschäftigten der anliegenden Gewerbegebiete Erholungs- und Freizeitwert bietet. Dies soll durch einen B-Plan zur Entwicklung des Naturparks Unterwiesen und des sogenannten Stadtgartens inklusive der entsprechenden Wiederherstellung der Wohnungen auf dem ehemaligen Gelände der Gärtnerei Christensen geschehen.
  • Wir wollen unsere Friedhöfe weiterentwickeln mit Memoriam-Gärten, Sternenkinderflächen und gepflegten Ehrengräbern.
  • Dem Flächenfraß und weiterer Versiegelung, die durch überörtliche Begehren Eschborner Flächen vereinnahmen wollen, treten wir weiterhin entschieden entgegen. Insbesondere treten wir dabei weiteren externen Inanspruchnahme von Flächen durch umliegende Kommunen oder sonstige Unternehmen oder Institutionen entgegen. Als Stadt Eschborn wollen wir die Planungshoheit über die eigene Gemarkung und unsere Naherholungsgebiete schützen.
  • Wir wollen unsere städtischen Förderprogramme (unter anderem zur energetischen Gebäudesanierung, zum Hochwasserschutz, zur Zisternenförderung etc.) regelmäßig evaluieren, um sie neuen Anforderungen und den Gegebenheiten unserer Stadt anzupassen.

Unterzeichnung

Eschborn, den 16. April 2026

Nach den Beschlüssen der jeweiligen Parteigremien unterzeichnen die Vertreterinnen und Vertreter der CDU und von Bündnis 90/Die Grünen in Eschborn den Koalitionsvertrag für die Wahlperiode 2026–2031.

Sebastian Brekner CDU-Parteivorsitzender
Birgitta Ratazzi-Förster Sprecherin der GRÜNEN
Christian Neyer Sprecher der GRÜNEN
Christian Oberlis CDU-Fraktionsvorsitzender
Cathérine-Caroline Hillen GRÜNE-Fraktionsvorsitzende
Stefan Henschel GRÜNE-Fraktionsvorsitzender
Adnan Shaikh Bürgermeister
Bärbel Grade Erste Stadträtin